Was ich von meiner Oma gelernt habe.

Geschrieben von Bettina Zabold | Jul 21, 2026 8:57:54 PM

Warum eine Hebamme meine Arbeit bis heute prägt.

Den Beruf meiner Oma kenne ich vor allem aus ihren Erzählungen. Sie war Hebamme und berichtete mit großer Leidenschaft von den Menschen, die sie begleiten durfte. Viele Jahre später wurde mir bewusst, wie sehr mich diese Geschichten geprägt haben.

Denn auf gewisse Weise empfinde ich meine heutige Arbeit ähnlich. Natürlich begleite ich keine Geburten. Ich begleite Menschen mit Unternehmergeist. Menschen mit Ideen. Menschen mit Mut. Menschen, die etwas Eigenes schaffen, verändern oder weiterentwickeln möchten. Und vielleicht beginnt genau dort die Verbindung.

Hebammen erschaffen kein neues Leben. Sie helfen dabei, neues Leben sicher in die Welt zu bringen.

Je mehr ich über die Geschichten meiner Oma nachdachte, desto häufiger fiel mir auf, wie ähnlich ich meine eigene Rolle verstehe. Ich gründe keine Unternehmen für andere Menschen. Ich entwickle nicht ihr Geschäftsmodell. Ich treffe nicht ihre Entscheidungen. Meine Aufgabe besteht darin, Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Orientierung zu geben. Fragen zu stellen. Mut zu machen. Und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.

Wenn Menschen gründen, ein Unternehmen weiterentwickeln oder über ihre Zukunft nachdenken, befinden sie sich häufig in einer besonderen Phase. Es gibt Fragen, Unsicherheit, Vorfreude, Zweifel, neue Möglichkeiten und nicht selten auch die Sorge, die falsche Entscheidung zu treffen. Genau in diesen Momenten braucht es jemanden, der Orientierung gibt, ohne den Weg vorzugeben. Jemanden, der begleitet, statt zu bestimmen. Jemanden, der Sicherheit schafft, ohne Verantwortung abzunehmen.

Je älter ich wurde, desto häufiger dachte ich darüber nach, wie viel von den Erzählungen meiner Oma in meiner eigenen Arbeit steckt. Denn Entwicklung lässt sich nicht erzwingen. Man kann Menschen nicht einfach sagen, welchen Weg sie gehen sollen. Aber man kann ihnen helfen, Klarheit zu gewinnen. Die richtigen Fragen zu stellen. Möglichkeiten sichtbar zu machen. Und Vertrauen in die eigenen Entscheidungen zu entwickeln. Vielleicht fasziniert mich Unternehmertum deshalb bis heute so sehr.

Denn aus einer Idee entsteht oft weit mehr als ein Unternehmen. Es entsteht Entwicklung. Verantwortung. Selbstvertrauen. Manchmal sogar ein völlig neuer Blick auf das eigene Leben.

Heute begleite ich Menschen mit Unternehmergeist auf ganz unterschiedlichen Wegen. Bei der Gründung. Im Wachstum. Bei der Suche nach mehr Freiheit. Bei wichtigen Entscheidungen. Und immer wieder stelle ich fest: Im Mittelpunkt stehen nie Businesspläne, Strategien oder Organisationsstrukturen. Im Mittelpunkt stehen Menschen.

Vielleicht habe ich genau das von meiner Oma gelernt. Entwicklung beginnt mit Menschen. Und manchmal besteht die wichtigste Aufgabe darin, jemanden ein Stück seines Weges zu begleiten.

BE BOLD. Denn alles, was eines Tages Wirklichkeit wird, beginnt mit dem Mut, heute den ersten Schritt zu gehen.